Wissenswertes aus Europa
Berichte 2026
Know your (Copy)Rights!
Das EUIPO Copyright Knowledge Centre ist das neue Zuhause des EU-Urheberrechts. Das Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum (EUIPO) will damit Unterstützung und Bewusstsein für das Urheberrecht im europäischen Binnenmarkt schaffen. Auf der Website gibt es Informationen zum Urheberrecht für Film, Musik, Design, oder KI-generierte Kunst, eine interaktive Karte mit allen nationalen Gesetzen, Behörden und Verwertungsgesellschaften auf einen Blick, eine Datenbank über verwaiste oder nicht-kommerzielle Werke, die zur Digitalisierung des kulturellen Erbes beitragen und vieles mehr.
Key Trends 2026
Die Key Trends 2026 des EAO zeigen, dass der europäische audiovisuelle Markt 2024 ein Volumen von rund 142 Milliarden Euro hatte, wobei über die Hälfte (51 %) durch Verbraucherausgaben wie Streaming, Pay-TV und Kino generiert wurde. Werbung (27 %) und die Finanzierung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (22 %) machten den Rest aus. Die Branche wächst somit weiter während globale Streaming-Plattformen zunehmend in europäische Inhalte investieren: 24 % der Ausgaben für europäische Originalproduktionen stammen mittlerweile von globalen Streaming-Anbietern. Es überrascht damit nicht, dass ein Grossteil (78 %) der Streamingzeit auf Serien statt auf Filme fällt. Gemäss Bericht bleibt Europa im globalen Wettbewerb strukturell im Nachteil und stellt nur einen kleinen Anteil (12 %) der weltweit führenden Medienunternehmen.
Budgets für europäische Spielfilme 2023
Gemässe eines neuen Berichts des EAO lagen die durchschnittlichen Budgets europäischer Spielfilme 2023 bei rund 2,17 Millionen Euro. Dabei spielte der Staat eine zentrale Rolle: Öffentliche Unterstützung machte insgesamt 47 % der Finanzierung aus, wenn man direkte Förderungen (26 %) und Produktionsanreize (21 %) zusammenrechnet. Zudem zeigt sich, dass die Bedeutung staatlicher Finanzierung stark von der Marktgrösse abhängt: In kleineren Märkten ist der Anteil öffentlicher Gelder deutlich höher als in grossen Ländern.
Kinobesuche in Europa 2025
Gemässe einer Pressemitteilung des EAO sind die Besucherzahlen in europäischen Kinos 2025 um 5,5 % gesunken und damit stärker zurückgegangen als im Vorjahr (-1.7 %). Gleichzeitig blieben die Kinoeinnahmen nahezu stabil, da steigende Ticketpreise den Rückgang kompensierten. Der Rückgang betraf etwa zwei Drittel der europäischen Länder, wobei Frankreich, Spanien und die Türkei den grössten Anteil am Minus ausmachten. Als Hauptgründe nennt der Bericht ein schwaches Jahr für US-Filme sowie das Fehlen grosser paneuropäischer Blockbuster. Für die Schweiz zeigt sich ebenfalls ein klarer Rückgang: Die Kinoeintritte sanken auf rund 9,5 Millionen, was einem Minus von 8 % gegenüber 2024 (10,3 Millionen) entspricht.
Ein Jahrzehnt Creative Europe
Die Europäische Kommission hat einen Bericht über die Umsetzung von Creative Europe (2014–2024) veröffentlicht. Demnach stärkt der MEDIA-Strang die internationale Verbreitung europäischer Filme und Serien deutlich: Im Vergleich zu nicht-geförderten Werken erzielten geförderte Werke rund 241 Mio. zusätzliche Kinobesuche ausserhalb ihrer Herkunftsländer, während das Europa-Cinemas-Netzwerk 2023 fast 40 % der Tickets für nicht-nationale europäische Filme verkaufte. Auch die Produktion hat profitiert: 29 % der in der Entwicklung geförderten Projekte wurden veröffentlicht, 84 % der geförderten Projekte waren Koproduktionen. Für die Zukunft von Creative Europe und dem Nachfolgeprogramm AgoraEU zielt die Kommission auf ein grösseres internationales Publikum, insbesondere junge Menschen, sowie Innovation, Kooperation und Vielfalt weiter zu stärken. Zudem wird die Unterstützung wachsender Bereiche wie Videospiele und die Zusammenarbeit mit Mitgliedstaaten und Industrie ausgebaut.
Autorenschaft und Regie 2015-2024
Das EAO hat einen neuen Bericht über die Praxis von fast 39'000 Filmschaffenden in Drehbuch und Regie europäischer Kino- und TV-/SVoD-Spielfilme zwischen 2015 und 2024 veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Über 40 % der Filmschaffenden, die 2015 an Kino- oder Fernsehproduktionen beteiligt waren, haben bis 2024 kein weiteres Projekt realisiert. Im Gegensatz dazu setzten 85 bis 90 % der Filmschaffenden in TV-/SVoD-Fiktion ihre Arbeit fort. Zwischen 2015 und 2024 arbeiteten Autoren an durchschnittlich 1,5 Kinofilmen gegenüber 3,3 TV-/SVoD-Filmen oder -Staffeln. Zudem bestätigt die Studie die weiterhin breite Existenz des Autorenfilm-Modells bei 63 % der Regieführenden von europäischen Kinofilmen in diesem Zeitraum. Bei TV-/SVoD-Fiktionswerken sind die Rollen von Drehbuch und Regie meist getrennt.
Showrunning in Europa
Die Internationale Filmschule Köln hat die erste europäische Studie zu Showrunning veröffentlicht. Sie zeigt, dass sich in den vergangenen Jahren in Europa ein erkennbares Showrunner-Modell entwickelt hat: Wie in den USA sind Showrunner hier meist die Autoren und Entwickler einer Serie und prägen massgeblich deren kreative Ausrichtung. Ein zentraler Unterschied zum US-Modell liegt jedoch in der Verteilung der Verantwortung: Während Showrunner in den USA in der Regel sowohl kreative Autorität als auch Budgetverantwortung tragen und damit als Entscheidungsinstanz fungieren, sind diese Aufgaben in Europa meist getrennt. Europäische Showrunner werden zwar in kreative Entscheidungen wie Casting, Drehbuch oder Schnitt eng eingebunden, verfügen aber selten über die finale finanzielle Freigabe. Stattdessen ist die Zusammenarbeit zwischen Showrunnern und Produzenten charakteristisch für europäische Produktionen. Kreative und wirtschaftliche Fragen werden häufig auf Augenhöhe verhandelt und beide Seiten begleiten den Entstehungsprozess von der Entwicklung bis zur Ausstrahlung gemeinsam. Gleichzeitig fehlt es an einer klaren Definition und branchenweiten Standards für die Rolle, was strukturelle Unsicherheiten schafft. Eine Chance für Europa sei dementsprechend die Klärung der Erwartungen an die Rolle, womit die Effizienz gesteigert, stärkere kreative Führungsrollen gefördert und die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Serienprodukte verbessert werden können.
Berichte 2025
Auftragsvergabe in der TV-Fiktionsproduktion
Cine Regio Young Audience Report
Ausgaben für europäische Originalinhalte 2014-2024
Künstliche Intelligenz (KI) und EU-Urheberrecht
Publikumszahlen Animationsfilme 2024
Zugang zu Förderung im audiovisuellen Sektor
Filme und Serien in VoD-Katalogen 2024
Adaptionen in Fiktionsproduktionen 2015 - 2023
Nostradamus-Bericht: Reality/ Resistance
Heritage-Filme in Kinos 2014-2023
Erster EU-Fonds für Produk­tionsfirmen
Berichte 2024
Kinoverleih europäischer Filme weltweit 2014-2023
Grüne Wende im audiovisuellen Sektor
Frauenanteil in europäischen Poduktionsteams
Kino: kulturelle, soziale und wirtschaftliche Auswirkungen
Kino: Regulierungs und Fördermassnahmen
Film- und Medienkonsum von Kindern
Verfilmungen in der Spielfilmproduktion in Europa 2015–2022
Unabhängige Produktion und Wahrung von Rechten an geistigem Eigentum